
Der Faktencheck-Tracker dokumentiert aktive und aktuelle Fälle von Falschinformationen — Behauptungen, die gerade kursieren oder in den vergangenen zwölf Monaten aufgetaucht sind. Ältere, vollständig archivierte Fälle mit gesichertem Urteil findest du in der Fake-News-Datenbank.
Tracker und Datenbank — was wohin gehört
Beide Bereiche erfüllen unterschiedliche Funktionen und arbeiten auf verschiedenen Zeitachsen.
Faktencheck-Tracker
- Aktive und aktuelle Fälle (letzte 12 Monate)
- Manche Urteile sind vorläufig (IN PRÜFUNG), solange die Recherche läuft
- Wird aktualisiert, wenn neue belastbare Belege vorliegen
- Deckt laufende Geschichten ab, deren Kontext sich noch entwickelt
- Abgeschlossene Fälle wechseln in die Datenbank
Fake-News-Datenbank
- Archivierte Fälle mit endgültigem, bestätigtem Urteil
- Vollständige Dokumentation: Behauptung, Verbreitung, Belege, Urteil, Quellen
- Historische Aufzeichnung ab 2014
- Fälle haben den Recherchezyklus vollständig durchlaufen
- Kategorisch sortiert für Forschung und Bildungszwecke
Für Recherche, Unterricht oder den Verweis auf einen konkreten historischen Fall ist die Datenbank die richtige Anlaufstelle. Für aktuelle Ereignisse und kürzlich identifizierte Falschmeldungen ist der Tracker relevanter — aber beachte: Aktive Fälle sind mit größerer Unsicherheit behaftet, und Einträge mit dem Status IN PRÜFUNG sollten nicht als gesichertes Debunking zitiert werden.
Wie Tracker-Fälle ausgewählt werden
Nicht jede Falschinformation im Netz verdient hier eine Dokumentation. Fälle werden anhand von drei Kriterien ausgewählt: Reichweite (die Behauptung hat ein großes Publikum erreicht, plattformübergreifend oder in mehreren Ländern), Auswirkung (die Falschinformation hat nachweisbar Schaden verursacht oder hat das realistische Potenzial dazu) und Nachweisbarkeit (genügend unabhängiges Quellmaterial ist vorhanden, um die Behauptung zu bewerten — auch wenn das endgültige Urteil noch aussteht).
Gewöhnliches Social-Media-Rauschen, lokale Gerüchte mit geringer Reichweite und Satireinhalte, die nicht nennenswert außerhalb ihres ursprünglichen Kontexts verbreitet wurden, werden nicht aufgenommen. Der Fokus liegt auf Fällen, bei denen Falschinformationen eine Größenordnung erreicht haben, bei der systematische Dokumentation und Richtigstellung einen nachweisbaren öffentlichen Nutzen bringt.
Wie Tracker-Einträge aufgebaut sind
Jeder Tracker-Eintrag folgt dem gleichen Format wie ein vollständiger Datenbank-Eintrag: die ursprüngliche Behauptung, die Plattformen und Daten der Verbreitung, eine erste Zusammenfassung der Belege und der aktuelle Urteilsstatus. Einträge mit dem Status IN PRÜFUNG enthalten einen kurzen Hinweis darauf, welche Belege noch fehlen und was das Urteil abschließen würde. Diese Transparenz über den Prozess ist bewusst gewählt — sie unterscheidet seriöse Arbeitsdokumentation von vorschnellen Schlußfolgerungen.
Wenn ein Tracker-Fall abgeschlossen wird, wandert der Abschlusseintrag in die Datenbank, und die Tracker-Seite erhält einen entsprechenden Link. So entsteht eine lückenlose Aufzeichnung, die einen Fall von seiner ersten Verbreitung bis zur vollständigen Klärung begleitet.
Aktuelle Schwerpunkte
Zwei Kategorien dominieren derzeit die Tracker-Aktivität — sie spiegeln die maßgeblichen Desinformationsvektoren des vergangenen Jahres wider.
Dokumentierte Fälle aus 2024
Der Wahljahr-Zyklus 2024 — mit US-Präsidentschaftswahl, EU-Parlamentswahl und britischer Unterhauswahl innerhalb eines einzigen Kalenderjahres — hat ein umfangreiches und gut belegtes Volumen an politischen Falschinformationen produziert. Die Fälle umfassen koordinierte Inauthentic-Behavior-Kampagnen (CIB), die von Meta, Google und unabhängigen Forschern identifiziert wurden, sowie isolierte virale Behauptungen ohne organisatorischen Hintergrund. Siehe: Die bedeutendsten widerlegten Fälle aus 2024.
KI-generierte Falschinformationen 2025
Synthetische Medien — KI-generierte Bilder, Stimmklone und Video-Deepfakes im Dienst der Desinformation — sind mittlerweile eine eigene Unterkategorie im Tracker. Die Einträge aus 2025 umfassen sowohl technisch aufwendige Fälle als auch einfach produzierte synthetische Medien, die sich verbreiteten, weil der Inhalt der Behauptung emotional überzeugend war — unabhängig von der Produktionsqualität. Erkennungsmethoden, Werkzeugvergleiche und dokumentierte Beispiele sind zusammengefasst in: KI-generierte Falschinformationen 2025 — Fälle, Erkennung und Ausblick.
Fall zur Prüfung einreichen
Wenn du auf eine kursierendie Behauptung gestoßen bist, die eine Untersuchung verdient, nutze das Kontaktformular auf der Über uns-Seite, um den Fall einzureichen. Füge die ursprüngliche Quell-URL hinzu, beschreibe, wo du der Behauptung begegnet bist, und teile erste Belege, die du bereits gesammelt hast. Alle Einsendungen werden geprüft; nicht alle kommen in den Tracker.
Am hilfreichsten sind Einsendungen mit einem Screenshot oder einer archivierten URL (via archive.org oder archive.ph) der ursprünglichen Behauptung. Social-Media-Beiträge werden häufig gelöscht, sobald ihre Falschheit öffentlich wird — archivierte Kopien ermöglichen eine Dokumentation, auch nachdem das Original verschwunden ist.