Skip to main content

Über Fake Off — Katharina Berger, Journalistin für Medienkompetenz

Fake Off dokumentiert reale Falschmeldungen und vermittelt praktische Methoden, um sie zu erkennen. Diese Website betreibe ich allein — als Journalistin, die seit über einem Jahrzehnt verfolgt, wie sich falsche Narrative verbreiten und wie man sie stoppt.

Katharina Berger

Journalistin & Medienpädagogin, München

Ich fange 2014 an, Desinformation professionell zu verfolgen — damals als ich über die frühen Phasen koordinierter Desinformationskampagnen berichtete, die sich gegen deutschsprachige Zielgruppen im Kontext des Ukraine-Konflikts richteten. Was als journalistisches Thema begann, wurde zu einer vollständigen Forschungspraxis — und schließlich zu dieser Website.

Seitdem habe ich Hunderte von Falschmeldungs-Fällen dokumentiert, Lehrkräfte an Gymnasien und Universitäten in ganz Bayern trainiert und Methodenbeiträge für mehrere deutschsprachige Medienorganisationen verfasst. Meine Arbeit ist in Medienkompetenz-Curricula eingeflossen, die für das Erasmus+-Programm entwickelt wurden.

Ich habe Journalismus an der Universität München studiert und mich zusätzlich am European Journalism Centre (EJC) in digitaler Verifikation weitergebildet. Ich bin Mitglied des Netzwerk Recherche, dem deutschen Berufsverband für investigativen Journalismus.

Was Fake Off ist — und was nicht

Fake Off ist ein Dokumentations- und Bildungsprojekt. Jeder Fall in der Datenbank ist ein realer, verifizierter Vorfall einer Falschmeldung, die öffentlich kursiert hat. Hier wird nichts erfunden oder hypothetisch konstruiert.

Das hier ist kein klassisches Faktencheck-Medium im Sinne einer Nachrichtenagentur. Ich fälle keine Urteile über Breaking News in Echtzeit. Was diese Website stattdessen tut: dokumentierte Fälle analysieren, erklären warum sie sich verbreitet haben, und die konkreten Signale aufschlüsseln, die sie als falsch oder irreführend erkennbar machen — damit du diese Muster selbst anwenden kannst.

Dieser Unterschied ist wichtig. Echtzeit-Faktenchecks erfordern institutionelle Infrastruktur. Was eine einzelne Person gut leisten kann: eine strukturierte, kommentierte Fallbibliothek aufbauen und daraus lehrbare Methoden ableiten. Das ist der Anspruch dieses Projekts.

Wie Fälle dokumentiert werden

Jeder Eintrag in der Falschmeldungs-Datenbank folgt einer festen Struktur: die ursprüngliche Behauptung, wo und wann sie kursierte, was die Beweise tatsächlich zeigen, und welche Erkennungsmethoden zutreffen. Kein Eintrag wird veröffentlicht, ohne dass mindestens zwei unabhängige Primärquellen die Widerlegung bestätigen.

Quellen werden direkt im Text zitiert — nicht in einem Literaturverzeichnis am Ende. Lässt sich eine Behauptung nicht auf eine benannte Institution, ein offizielles Dokument oder eine verifizierbare Primärquelle zurückführen, kommt sie nicht in die Datenbank. Schätzungen, Berichte aus zweiter Hand und Einzel-Quellen werden ausdrücklich als solche gekennzeichnet.

Jeder Fall trägt ein Urteil aus einem festen Satz von Labels: DEBUNKED, VERIFIED, MISLEADING, SATIRE oder IN REVIEW. Fälle mit dem Label IN REVIEW werden noch untersucht und sind eindeutig als unvollständig markiert.

Quellen und Methodik

Als primäre Verifikationsquellen nutze ich offizielle Regierungsunterlagen, peer-reviewte wissenschaftliche Publikationen, Gerichtsdokumente, archivierte Originalmedien und Aussagen von namentlich genannten institutionellen Sprecherinnen und Sprechern. Crowdsourcing-Plattformen und anonyme Social-Media-Accounts dienen nicht als Primärquellen.

Für die Bild- und Videoverifikation verwende ich gängige Open-Source-Tools: Rückwärts-Bildsuche über Google Images und TinEye, Geolokalisation per Quervergleich sowie Metadaten-Analyse, wenn die Dateien zugänglich sind. Die Deepfake-Erkennung folgt aktuellen Empfehlungen des MIT Media Lab und den visuellen Verifikationsprotokollen von First Draft.

Ich gleiche Befunde mit etablierten Faktencheck-Organisationen ab — darunter Snopes, PolitiFact, Full Fact (UK), Correctiv (DE) und AFP Fact Check. Ihre Urteile gelten dabei als Bestätigung, nicht als Primärquelle. Unabhängige Verifikation bleibt immer der Maßstab.

Kontakt und Korrekturen

Wenn du einen sachlichen Fehler in einem Eintrag findest, schick mir über das Kontaktformular eine Korrekturanfrage mit deiner Quelle. Korrekturen werden innerhalb von fünf Werktagen vorgenommen und im Revisionsprotokoll des Eintrags vermerkt. Transparenz bei Fehlern ist nicht verhandelbar — eine Website über Falschmeldungen kann es sich nicht leisten, selbst nachlässig mit Genauigkeit umzugehen.

Für Anfragen zu Medienkompetenz-Workshops, Schul- oder Hochschulkooperationen sowie Presseanfragen gilt dasselbe Kontaktformular.